Großeltern erkunden den Wald

Beim "Oma und Opa- Tag" des Waldkindergartens konnten die Großeltern ihre Enkelkinder auf die abenteuerliche Reise durch den heimischen Wald begleiten.

Niedereschach. Einen wunderschönen gemeinsamen Nachmittag verbrachten die Kinder des Niedereschacher Wurzelzwerge-Naturkindergarten zusammen mit ihren Großeltern im "Grabenwald" zwischen Fischbach und Niedereschach. Sowohl die Kinder als auch deren Erzieherinnen waren voller Freude darüber, dass so viele Großeltern der Einladung zum "Opa-Oma-Nachmittag" gefolgt waren. Nach einem gemeinsamen und stimmungsvollen Begrüßungskreis, bei dem alle singend mit "Schön, dass Du da bist" willkommen geheißten wurden, startete man zu einem Rundgang durch den Waldkindergartenwald und visierte dabei die verschiedenen "Waldplätze" an.

Es war herzerfrischend zu erleben, wie wohl sich die Kinder fühlen, wie sie unbeschwert ihren Bewegungsdrang ausleben können und spielend die in der Natur vorhandenen Zusammenhänge erlernen. Wer so aufwachsen kann, der wird im späteren Leben mit großer Wahrscheinlichkeit sehr sorgsam mit der Natur umgehen. Beeindruckend war es auch zu erleben, wie sehr der Wald die Phantasie der Kinder anregt und wie dort fast jeder Ast, fast jedes Blatt, fast jede Wurzel, jeder Baumstumpf oder ein einfaches, im Innern bereits verfaultes, Holzstück zum Spielzeug wird. Welcher Erwachsene käme beispielsweise auf die Idee, dass das angefaulte Innere eines Holzstücks im Wald "Gold" ist? Oder das man das ausgehöhlte Innere eines Baumstumpfes als "Kochtopf" benutzen kann? Wer die Sicherheitsvorkehrungen und Unfallschutzbestimmungen auf den oft steril wirkenden öffentlichen Spielplätze kennt, der konnte sich am Mittwoch einfach nur darüber freuen, wie die Waldkindergartenkinder gekonnt und unfallfrei auf einem im Wald liegenden Baumstamm balancierten und dabei spielend ihr Gleichgewicht halten konnten, wie sie ohne Probleme einfach einen von Waldarbeitern in zwei Meter Höhe abgeschnittenen "Baumstumpf-Kletterbaum" hochhangelten oder zwischen den Ästen einer gefällten Fichte "herumturnten". Es zeigte sich deutlich: Waldkindergartenkinder brauchen keine teuren Spielgeräte, für sie hält die Natur alles bereit, was sie zum Spielen brauchen. So war es kein Wunder, dass nicht nur die Augen der Kinder glücklich strahlten, sondern auch die der begeisterten Großeltern, die sich teilweise gar nicht vorstellen konnten, wie der Waldkindergartenalltag ihrer Enkelkinder aussieht. Nicht wenige der Opas und Omas erinnerten sich an ihre eigene Jugendzeit, als es zwar noch keine Waldkindergärten gab, man jedoch mit den Eltern oft mit im Wald dabei war, um dort beispielsweise Brennholz für den heimischen Ofen aufzuarbeiten.

Erstaunlich gut waren auch die Kenntnisse der Kinder was Baumarten, Waldpflanzen und natürliche Zusammenhänge in Wald und Flur anbetrifft. Am Ende des tollen Nachmittages waren die Opas und Omas in freier Natur rund um die Waldkindergartenhütte zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Dort fand noch ein "Abschiedskreis" statt.

Ganz am Ende gab es für die Großeltern noch eine weitere Überraschung: Sie erhielten von ihren Enkelkindern ein ausschließlich aus Materialien aus dem Wald gefertigtes Abschiedsgeschenk, verbunden mit den Worten "Schön, dass Du das warst".

 

Ausflug zur Firma  Stern Drehteile

 

Immer eifrig unterwegs sind die Kinder des Wurzelzwerge-Naturkindergartens aus Niedereschach. Kürzlich besuchten sie die Firma Stern-Drehteile im Fischbacher Gewerbegebiet. Nach langem Fußmarsch wurde dort zunächst einmal kräftig gevespert. Danach begrüßten die Kinder ihre Gastgeber mit einigen Liedern und überreichten ein kleines Präsent aus dem Wald. Dann gab es für die Kinder eine Führung durch die Produktionsräume der Firma, bei der die Wurzelzwerge wissbegierig viele Fragen stellten. Im Anschluss machten sich die Kinder wieder auf und wanderten zurück in den Wald. Foto: Bantle